

Auf der Insel Fyyreborg wird hauptsächlich zu Surta gebetet, da sie nicht nur Schutz vor den Feuern der Vulkane gibt, sondern auch die Göttin ist, um deren Segen jeder Schmied bittet, bevor er ein neues Eisen ins Feuer legt...
Auf Fyyreborg steht der größte Surta-Tempel von Yantis.
Er ist aus dunklem Vulkangestein gebaut und aller Zierrat besteht aus Obsidian. Im Allerheiligsten brennt - wie in jedem Surta geweihtem Tempel - eine Ewige Flamme.
Zu einer Zeit, als die Welt und die Götter noch jung waren, besuchte Surta, die Herrin der Flammen, die Erde.
In der brennenden Hitze, die Surta umgabt, zerfiel alles Leben zu Asche,
denn noch hatte die junge Gottheit nicht gelernt, ihre Macht zu zügeln
und das Feuer loderte in vernichtendem Schein aus ihr hervor.
Huldan, Gott der Erde, hatte ihr von den Wundern erzählt, die Surta nicht
kannte,
und als die Herrin des Feuers selbst gehen wollte, um sie zu schaun,
musste sie erkennen, dass alles, was sie bewunderte, unter ihrem Blick zu Asche verbrannte, noch bevor sie sie selbst sehen konnte.
Und Surta wurde traurig.
Rán lies kühlenden Regen auf die Aschefelder fallen, die von Surtas Neugier zurück geblieben sind
und wenig später erwachte der verdorrte Grund mit Huldans Hilfe wieder zum Leben.
Doch noch immer war es der Feuergöttin verwehrt, selbst die Wunder dieser Welt zu sehen.
Huldan, Rán und Kari hatten Mitleid mit Surta
und je einer von ihnen berichtete ihrer Schwester abends von dem, was sie erblickt hatten, um sie zu trösten.
Doch als Surta erkannte, dass sie nur durch die Worte ihrer Geschwister sehen konnte, was sie so sehr begehrte, entflammte ihr Zorn.
Selbst dem Namenlosen, der Herr der ewigen Stillen und des Schlafes, war er gewährt, die Wunder der Erde zu sehen.
Aber alles Leben, das sie berührte, musste verderben,
und ihre Gaben waren nur brennende Zerstörung und Angst.
"Wenn ich nicht sehen kann, was alles bewundern,
so soll es brennen!
Wenn ich nur die Worte meiner Geschwister haben,
so sollen ihnen nur Erinnerungen bleiben!
Wenn meine Gaben nur mit Furcht und Angst gesehen werden,
so will ich etwas geben, das sie wahrlich zu fürchten haben!"
Und Surta betrat ein zweites Mal die Erde
und in ihrem Zorn verglühte alles um sie herum zu weißer Asche.
Rán sah, was ihre Schwester tat
und sie wollte Surta mit freundlichen Worten besänftigen.
Doch ihr Zorn war so groß, dass alles Wasser zu kochen begann und im weißen Dampf verging.
Huldan musste sehen, wie seine Werke verbrannten
und voller Wut stellte er sich Surta entgegen.
Doch in ihrer Gegenwart zerschmolz alles Gestein zu rotglühender Lava.
Kari jedoch erkannte ihren Schmerz
und er kam zu Surta, um ihr Trost zu geben.
Voll lodernder Wut wollte sie auch ihn von sich weisen, doch Kari lachte nur sanft.
"Ich bin der Wind,
ich bin die Luft, die dich umgibt.
Es gibt nichts, was du tun kannst, um mich zu vertreiben."
Da hielt Surta inne und erzählte Kari von ihrem Leid.
Und Kari antwortete
"Wenn du nicht selbst sehen kannst, dann brauchst du Augen, die für dich sehen.
Siehe, ich gebe dir diese beiden Vögel, sie werden deine Augen sein."
Doch als die beiden Vögel sich auf ihren Händen niederließen, entflammten auch sie und Surta hielt nichts als Asche in ihren Händen.
Weinend blickte sie auf das herab, was von den beiden Vögeln geblieben ist und auch Kari war traurig, denn er musste erkennen, dass er keinen Rat mehr wusste.
Da kamen auch Huldan und Rán zu ihrer Schwester. Huldan nahm Surtas Hände, die noch immer die Asche umschlossen hielten, in die seinen und Rán kühlte ihre Zorn und unter ihren weisen Worten erlosch er ganz.
Und wie Kari ihr die Vögel geschenkt hatte,
und Rán sie getröstet hatte,
gab Huldan der Asche in ihren Händen neues Leben.
Und zwei Vögel waren geboren,
die durch die Lüfte reisten, wie alle Kinder Karis,
in denen die Weisheit Ráns floss,
in denen Huldans Gabe des Lebens wirkte
und deren Gefieder ewigen Flammen glich.
Und auch wenn Surta ihre Kraft nun zu zügeln weiß, fliegen die Phönixe immer noch als ihre Augen durch Welt.